Fallschirmrüstzeit DESSAU August 2022

26. Aug. 2022  | erstellt von hc

Zwischen Himmel und Erde – den Absprung wagen!

Fallschirmrüstzeit vom 26. bis 28. August 2022

Familienrüstzeit – ein Begriff, der Kindheitserinnerungen bei mir weckt; und in der Tat liegt meine letzte Familienrüstzeit mehr als 40 Jahre zurück.

Gruppenarbeiten, Seminarräume, Wanderungen, Lagerfeuer, Gottesdienste, gemeinsame Zeit in der Familie – das umschreibt ungefähr meine Erinnerung an Rüstzeiten.

Diese Rüstzeit schien mir von vornherein sich sehr von meinen Kindheitserinnerungen zu unterscheiden – allein der Titel: „Fallschirmrüstzeit“. Was mag man sich darunter vorstellen?
Klar war, es geht auch, aber nicht nur um Fallschirmspringen.

Eine Befragung meiner Kinder, ob sie sich auf dieses „Abenteuer“ einlassen wollten, fiel sehr unterschiedlich aus. Die Aussicht, sich nicht nur im übertragenden Sinne „fallen zu lassen“, sorgte bei manchen für Begeisterung bei anderen für Panikattacken; ich konnte nicht alle meine Kinder überzeugen …

Fallschirmlehrer Micha, Sohn Lasse & Vater Jörg

Für mich als Nordlicht schreckte zunächst der lange Anfahrtsweg. Trotz der vielen Stunden war die Anreise durch das landschaftlich sehr schöne Brandenburg und Sachsen-Anhalt nicht nur reizvoll, sondern auch eine gute Gelegenheit mit dem Ältesten sich mal richtig „auszuschnacken“.

Einmal angekommen wurden wir trotz unserer Verspätung mit großer Herzlichkeit willkommen geheißen und aufgenommen. Aufgrund des enggesteckten Ausbildungsplanes ging es gleich los und fünfzehn Minuten nach unserer Ankunft fanden mein Sohn und ich uns bereits in den ersten Unterrichten wieder. Dieser war aber so gut verpackt, dass wir schon abends einen guten ersten Eindruck bekamen, was uns erwartete. Der Abend klang in gemütlicher Runde bei Erdnüssen und Bier aus – was für ein gelungener Auftakt.

In einem Land, in dem man einen Führerschein für eine Säge und einen Füllfederhalter braucht, schien es mir sehr ambitioniert, an einem Tag mich so weit „fit“ zu machen, dass ich aus einem Flugzeug springen, einen Fallschirm öffnen und an diesem sicher zu Boden schweben sollte.
Das Programm war mit einer Stationsausbildung aber so gut durchstrukturiert, dass bei keinem der Teilnehmer erkennbare Zweifel oder Unsicherheiten aufkamen. Schon am Abend fühlte ich mich auf den großen folgenden Tag gut vorbereitet.

Während des Tages wurden die Unterrichte immer wieder unterbrochen durch Gesprächsrunden, in denen wir nicht nur über Gott und die Welt, sondern im Besonderen unsere Rolle in dieser Welt und unseren Bezug zu Gott sprachen. Angesichts der kommenden mentalen Herausforderung des Fallschirmsprunges, waren Gedanken zur eigenen Wichtigkeit, zu unserer Rolle in der Welt, der Rolle Gottes in unserer Welt und dem Vertrauen, dass wir bereit sind zu geben von besonderer Bedeutung. Der Bezug zu dem morgigen Sprung war in allen Runden präsent.

Dieser Tag endete so gemütlich (beim Grillen) wie er umtriebig (Frühsport) begonnen hatte.
Der Wetterbericht versprach bestes Sprungwetter – die Spannung stieg.

Gestartet wurde mit einer gutmütigen Cessna pünktlich am Sonntag um 9.00Uhr. Der Flieger schraubte sich auf die Absprunghöhe von 1.500 m, die Seitentür wurde geöffnet, die Fliegerkombis flatterten im Flugwind – genauso wie das Herz des Anfängers … bei 160 km/h stellte man sich draußen auf die Abdeckung des Landewerks – direkt unter die Tragfläche. Ein letzter Check, ein aufmunterndes Klopfen des mitfliegenden Ausbilders und
FALLEN LASSEN.

Ein letzter Augenblick der Anspannung bis sich der Schirm geöffnet hat und dann „engelsgleich“ im Sonnenschein zu Boden schweben.

So nah fühlte ich mich meinem Herrgott schon lange nicht mehr …

Ein unvergessliches Erlebnis, ein unvergessliches Wochenende.

Vielen Dank.

 

Weiterlesen im PDF
Alle Berichte